ArchivbildBei einer groß angelegten Rettungsübung in der Nacht zum Sonntag wurde im Rahmen des Katastrophenschutzes an der ICE-Neubaustrecke Nürnberg Ingolstadt getestet, ob ein Unfall oder ein anderes Großereignis durch die Rettungskräfte im Landkreis Roth gemeistert werden kann.

 

Rettungsübung an der ICE-Neubaustrecke verläuft gut
Rund 300 Beteiligte, hiervon 120 Mimen

GÖGGELSBUCH (rod) - Bei einer groß angelegten Rettungsübung in der Nacht zum Sonntag wurde im Rahmen des Katastrophenschutzes an der ICE-Neubaustrecke Nürnberg Ingolstadt getestet, ob ein Unfall oder ein anderes Großereignis durch die Rettungskräfte im Landkreis Roth gemeistert werden kann. Bei der Übung wurde angenommen, dass ein mit rund 120 Fahrgästen besetzter Hochgeschwindigkeitszug nach einer Kollision mit einem unbekannten Gegenstand und einer nachfolgenden Notbremsung im Tunnel Göggelsbuch zum stehen kommt. Durch die Notbremsung des Zuges werden mehrere Reisende zum Teil nicht unerheblich verletzt.

Neben den Führungskräften aller Hilfsorganisationen wurde die Übung von Vertretern der Regierung von Mittelfranken, Landrat Herbert Eckstein, den Bürgermeistern von Allersberg und Hilpoltstein, Vertretern verschiedener Polizeidienststellen und hochrangigen Vertretern der Deutschen Bahn beobachtet.

Die Fakten: Auf der am 28. Mai 2006 eröffneten Hochgeschwindigkeitsstrecke mit einer Länge von 89 Kilometern, verkehren täglich siebzig ICE-Züge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern, sowie 19 Regionalexpress-Züge. Die Strecke verfügt über neun bis zu acht Kilometer lange Tunnels. Der für die Übung ausgewählte Tunnel Göggelsbuch hat eine Länge von 2287 Metern und besitzt einen Notausgang, der am gleichnamigen Autobahn-Parkplatz über einen rund dreißig Meter hohen Treppenschacht ans Tageslicht führt.

Seit rund vier Monaten haben elf Mitglieder der Übungsleitung, bestehend aus Vertretern der Deutschen Bahn (DB), der Landes- und Bundespolizei, des Landratsamtes Roth, der Feuerwehrführung, des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), der Integrierten Leitstelle (ILS) Mittelfranken-Süd und des Technischen Hilfswerks (THW) die Übung intensiv vorbereitet. Eine möglichst realistische Unfalldarstellung sowie eine sichere Durchführung der Übung stand hierbei im Vordergrund. Überprüft werden sollte besonders: Das Verhalten des Zugpersonals, die bahninternen Alarmierungs- und Meldewege, die öffentlichen Alarmierungs- und Meldewege, die Einsatzplanungen der beteiligten Organisationen, die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen, die Funktion und die Handhabbarkeit der (Sicherheits-) Einrichtungen an der Tunnelanlage (Oberleitungsspannungsprüfeinrichtung*, Rollpaletten, Rüstsatz Bahn, Elektranten², Tunnelbeleuchtung und vieles mehr), die Selbst- und Fremdrettung, sowie die Betreuung und Weiterbeförderung von Reisenden und die Nutzung der Rettungsplätze. (* mit der Oberleitungsspannungsprüfeinrichtung wird vor Beginn der Rettungsmaßnahmen geprüft, ob die im Betrieb mit 15000 Volt belegte Oberleitung spannungsfrei geschaltet und geerdet; an den in den Tunneln alle 125 Meter vorhandenen Elektranten können elektrische Betriebsmittel der Rettungsdienste angeschlossen werden).

Die Übungslage: Nach dem Zusammenstoß des Zuges, der in Nürnberg gestartet ist und nach München fahren sollte, mit einem unbekannten Gegenstand, bei dem der Triebwagen beschädigt wird und einige Achsen entgleisen, leitet der Lokführer eine Notbremsung ein, bei der mehrere Reisende (die von Mitarbeitern der DB gespielt werden) stürzen und sich hierbei verletzen. Ob auch die Oberleitung beschädigt ist, ist nicht bekannt. Der Zug kommt im Tunnel Göggelsbuch zum stehen. Angenommen wurde auch, dass kein Brand ausgebrochen und somit keine Rauchentwicklung vorhanden ist.

Nach der Meldung des Unfalls durch den Lokführer an die Betriebszentrale gehen auch bei der ILS nahezu zeitgleich mehrere Notrufe ein. Die Betriebszentrale meldet das Ereignis an die ILS und die Polizei sowie an das bahneigene Notfallmanagement und veranlasst die Abschaltung der Oberleitung. Durch die ILS Mittelfranken-Süd in Schwabach werden die Einsatzkräfte aller erforderlichen Hilfsorganisationen nach den für solche Fälle vorhandenen Alarmplänen alarmiert.

Der Einsatzablauf: Nach dem Eintreffen der ersten Rettungskräfte wird zunächst geprüft, ob die Oberleitung spannungsfrei ist und diese geerdet. Erst danach dürfen diese den Tunnel betreten und eine erste Sichtung der Lage vornehmen. Da sich der örtlich zuständige Kommandant aus Göggelsbuch mit der Situation überfordert sieht, übergibt er einem der nächsthöheren Feuerwehrdienstgrade die Einsatzleitung. Nach einer ersten Schätzung sollen rund zwanzig der 120 Reisenden "verletzt" sein. Wie bei solchen Großeinsätzen üblich, wird eine "Örtliche Einsatzleitung" (ÖEL) nach dem Katastrophenschutzgesetz eingerichtet und im nahen Sportheim der DJK-Göggelsbuch untergebracht.

Noch während der Einsatz läuft, und die unverletzten und gehfähigen Reisenden den Tunnel über den Notausgang verlassen und die "Verletzten" über das Nordportal gerettet werden, wird die Presse durch den Pressesprecher der ÖEL, Bernd Schmidtkonz informiert, dass derzeit etwa 120 Rettungskräfte der Feuerwehren aus Allersberg, Altenfelden, Birkach, Georgensgmünd, Göggelsbuch, Harrlach, Hilpoltstein, Hilpoltstein - Hofstetten, Meckenhausen, Roth, Schwand, Seligenporten und Wendelstein, sowie das THW aus Hilpoltstein und Roth eingesetzt seien. Der Rettungsdienst sei mit einer eigenen Einsatzzentrale und rund sechzig Einsatzkräften, sechs Notärzten, dem Einsatzleiter, einem Leitenden Notarzt und dem Organisatorischem Leiter vor Ort, teilt Schmidtkonz weiter mit. Da das Sportheim in Göggelsbuch durch die Örtliche Einsatzleitung belegt ist, müssen die unverletzten Reisenden in einem Nebengebäude am Sportplatz untergebracht werden. Die "Verletzten" werden nach der Sichtung an der Sammelstelle am Nordportal des Tunnels durch die Notärzte mit rund zwanzig Rettungsdienstfahrzeugen in die nächstgelegenen, geeigneten Krankenhäuser verbracht.

Nach Einsatzende sagte der - für solche Großeinsätze bereits im Voraus bestimmte - Örtliche Einsatzleiter (ÖEL), Kreisbrandinspektor Erhard Schneider, dass der Einsatz gut verlaufen sei, jedoch äußerst personalintensiv sei. Schneider dankte allen Übungsteilnehmern berichtete, dass der Einsatzort in drei Abschnitte aufgeteilt worden sei (Nordportal, Notausstieg und Südportal). Um kurzfristig weitere Kräfte zur Verfügung zu haben, habe man am Parkplatz Guggenmühle und am Bahnhof Altenfelden weitere Einsatzkräfte bereitgestellt. Die Einsatzleitung habe sich am Autobahnparkplatz Göggelsbuch befunden und sei in ständigem Kontakt mit der ÖEL gewesen. Des weiteren dankte Schneider den Verantwortlichen der DJK-Göggelsbuch für die Überlassung ihres Sportheims.

Hier einige Bilder:
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Hinweis: Der Artikel und die Bilder wurden von Rudolf Heubusch eingereicht und zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank


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Archivbeitrag: 740 - 2012-11-12 11:24:20

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Dietmar Hättig

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