ArchivbildDie Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hilpoltstein, bei der neben den obligatorischen Rückblicken die gesamte Vorstandschaft und die Kommandanten neu gewählt sowie mehrere Aktive für langjährige Dienstzeit ausgezeichnet wurden, musste durch einen Brandeinsatz in der Hilpoltsteiner Innenstadt unterbrochen werden.

 

Die neuen Kommandanten heißen Jürgen Flierl und Ludwig Fehlner und lösen Wolfgang Kaiser und dessen Stellvertreter Andreas Krauß ab. Mit 109 Einsätzen war 2012 das einsatzreichste Jahr in der Geschichte der Wehr.

Ehrungen

Bis auf den sprichwörtlich letzten Platz besetzt war das Feuerwehrgerätehaus zur Jahresversammlung für das Kalenderjahr 2012. Der scheidende Vorsitzende und künftige Kommandant der Wehr, Jürgen Flierl zeigte sich sichtlich erfreut und übergab das Wort an Landrat Herbert Eckstein, der zusammen mit Bürgermeister Markus Mahl und Kreisbrandrat Werner Löchl die Ehrung langjähriger Aktiver vornahm.

Landrat Herbert Eckstein betonte in seinem Grußwort, dass er erfreut sei, wenn Jung und Alt vertreten sei. „Die Kreisführung der Feuerwehr steht voll und ganz hinter der Hilpoltsteiner Feuerwehr, die derzeit über den modernsten Fahrzeugbestand im Landkreis verfügt.“ Eckstein betonte weiter, dass die Zusammenarbeit der Stützpunktwehr mit den „kleineren“ Ortswehren wichtig sei und auch hervorragend funktioniere. Die Veränderungen im Schulbereich bergen Gefahren für den Nachwuchs aller Hilfsorganisationen, seien – angesichts der großen Zahl von jüngeren anwesenden Mitgliedern – bei der Hilpoltsteiner Feuerwehr nach wie vor gut kompensiert. Heute mussten die meisten Hilfsorganisationen um neue, vor allem junge Mitglieder kämpfen, während es früher – vor allem in den Dörfern – fast selbstverständlich war, zur Feuerwehr zu gehen, betonte der Landrat weiter. Schnelligkeit sei zwar wichtig, doch müsse man sich vor allem jederzeit auf jeden verlassen können. Die Anfang November durchgeführte Übung im ICE-Tunnel Göggelsbuch habe gezeigt, dass die „großen“ und die „kleinen“ Feuerwehren sowie die anderen Hilfsorganisationen gut, ja sogar hervorragend zusammenarbeiten würden.

Für vierzigjährigen aktiven Dienst in der Hilpoltsteiner Feuerwehr wurde Karl-Heinz Walter, der als Fahnenträger zugleich das Aushängeschild der Freiwilligen Feuerwehr Hilpoltstein ist, mit dem staatlichen Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet.

Seit 25 Jahren sind der neue stellvertretende Kommandant, Ludwig Fehlner, Klaus Kilian und Franz-Peter Lössl aktiv bei der Feuerwehr und wurden mit dem staatlichen Ehrenzeichen in Silber geehrt.

Nach der Ehrung der vier Aktiven dankte Landrat Herbert Eckstein den bisherigen Kommandanten Wolfgang Kaiser und Andreas Krauß für ihren langjährigen Dienst an der Spitze der Hilpoltsteiner Feuerwehr.

Rückblick auf das Vereinsjahr

Mit einem Rückblick auf das Geschehen im abgelaufenen Jahr setzte Jürgen Flierl nach den Ehrungen die Versammlung fort. Unter anderem erwähnte er den Familienbrunch, den „Tag der offenen Tür“, der bei der Bevölkerung Hilpoltsteins auf sehr großes Interesse gestoßen sei, die Teilnahme am Florianstag in Jahrsdorf, das Katastrophenfußballturnier, Kinder-Ferienprogramm, den Besuch bei der Partner-Feuerwehr in Werne (Westfalen), den Vereinsausflug nach Hamburg und die „Summer-End-Party“. Insgesamt sechzig Veranstaltungen seien es im vergangenen Jahr gewesen, fuhr Flierl fort.

Für das Jahr 2013 stünden neben einigen wiederkehrenden Veranstaltungen bereits der Termin für den Florianstag fest: Dieser wird am Sonntag, 12. Mai zusammen mit dem „Tag der offenen Tür“ anlässlich des 140-Jährigen Gründungsfestes begangen. Seinen Ausblick beendete der scheidende Vorsitzende mit dem Wunsch, dass die Kameradschaft auch weiterhin gepflegt und erhalten werde und dass sich jeder bemühen solle, neue Mitglieder zu werben. Flierl dankte allen für das gute Miteinander und das Engagement und betonte, dass er das Amt des Vorsitzenden in den vergangenen fünf Jahren gerne ausgeübt habe.

Da Klaus Lang nach 39 Jahren für das Amt als Kassier nicht mehr zur Verfügung stand, fiel sein letzter Kassenbericht – den er auch in diesem Jahr wieder mit einigen lustigen Anekdoten verziert hatte – doch etwas wehmütig aus.

Jahresbericht 1. Kommandant

Zum letzten Mal in seiner elfjährigen Zeit als erster Kommandant – unter Josef Gruber war er weitere sechs Jahre Stellvertreter – berichtete Wolfgang Kaiser über die Einsätze im abgelaufenen Jahr. Hierbei konnte er 109 Einsätzen vermelden und betonte, dass die Wehr in ihrer Geschichte in einem Jahr noch nie so viele Einsätze zu bewältigen hatte. Insgesamt seien in seiner Amtszeit 1126 Einsätze gewesen, das Gerätehaus erweitert und elf Fahrzeuge mit einem Gesamtwert von 11,2 Millionen Euro ersatz- oder neu beschafft worden.

Die Zahl der Aktiven sei im Jahr 2012 mit 73 (2011: 75), die der Anwärter mit 16 (19) etwas geringer ausgefallen, während die Zahl der Passiven mit 50 (46) etwas gestiegen sei. Somit sei der Mitgliederstand von 140 auf 139 gefallen. Mit Dominik Hofbeck, Lukas Krauß und Dominik Nuber konnte Kaiser wieder drei Mitglieder der Jugendwehr und mit Thomas Fröhling – der durch Umzug aus Schwarzach bei Kitzingen nach Hilpoltstein kam – in den Reihen der Aktiven begrüßen, während er mit Heinz Fuchs und Josef Gaukler zwei verdiente Aktive nach Erreichen der Altersgrenze von 63 Jahren in den Passivenstand verabschiedete.

Die – glücklicherweise nicht allzu schwerwiegenden – 109 Einsätze des vergangenen Jahres (2011: 93) gliedern sich in 35 (2011: 37) Brandeinsätze, hiervon 9 (8) auf der BAB, 41 (36) Hilfeleistungen (BAB: 11/11), wobei die Rettungsschere lediglich einmal zum Einsatz kam. Die Zahl der Fehlalarme reduzierte sich 2012 von zwölf auf neun (BAB: 1/1), während die Sicherheitswachen um ein Drittel von 18 auf 24 stieg. Hierbei reduzierten sich die Gesamteinsatzstunden dank der Tatsache, dass keine langwierigen oder umfangreichen Einsätze zu bewältigen waren, von 3.045 im Jahr 2011 auf 2.418 Stunden im abgelaufenen Jahr, betonte der Kommandant weiter.

Für die insgesamt 62 Übungen und Schulungen – einschließlich neun Übungen der Höhensicherungsgruppe – wurden 2.608 Stunden Dienst geleistet. Weitere 646 Stunden fielen für den Bereich Atemschutz an – hierbei erwähnte Kaiser auch, dass im Brandbezirk Hilpoltstein mittlerweile vier Feuerwehren über ausgebildete Atemschutzgeräteträger verfügen. Unter der Überschrift „Ausbildungen, Dienstversammlungen“, zu der unter anderem Leistungsprüfungen, Übungen mit Ortswehren, Brandschutzerziehung der Kinder oder die Truppmannausbildung Teil 2 gehören, wurden 4.444 Stunden erbracht. Für Lehrgänge in den Feuerwehrschulen Geretsried, Regensburg oder Würzburg sowie auf Landkreisebene wurden weitere 516 Stunden mit insgesamt 33 Teilnehmern verbucht. Für „Arbeiten an Fahrzeugen und Geräten“ fielen weitere 1.687 Stunden an. Die meisten Stunden wurden – mit steigender Tendenz – in der Rubrik „Verwaltung und Sonstiges“, zu der die Alarmplanung für die ILS, die Stammdatenverwaltung, der Vorbeugende Brandschutz mit Ortsterminen und vieles, vieles andere gehören, mit 7.898 Stunden (2011: 6.350 Stunden) geleistet. Dennoch habe sich die Gesamtstundenzahl im Vergleich zu 2011 um 2.453 Stunden auf 21.597 Stunden reduziert, was aber vor allem der Tatsache geschuldet sei, dass beispielsweise die neuen Fahrzeuge weniger zeitintensiv seien, betonte der Kommandant. Durch Sponsoren und aus Mitteln der Feuerwehr, sowie durch die Stadt Hilpoltstein seien im Jahr insgesamt mehr als 15.000 Euro in das Feuerlöschwesen investiert worden.


Wolfgang Kaiser dankte vor allem der Stadtverwaltung und Bürgermeister Markus Mahl, dem Stadtrat und der Feuerwehrführung des Landkreises (Kreisbrandrat, Kreisbrandinspektor, Kreisbrandmeister), für die hervorragende Zusammenarbeit während seiner gesamten Amtszeit. Des Weiteren dankte er seinem Stellvertreter, den Zug- und Gruppenführern, sowie der gesamten Mannschaft. Er betonte, dass der Kommandant lediglich die Richtung vorgeben könne, die Ausführung aber in den Händen aller läge. Kaiser freute sich, dass er eine sehr gut ausgerüstete und ausgebildete Wehr in jüngere Hände übergeben könne. Einen besonderen Dank richtete der Kommandant wieder an die Arbeitgeber der Aktiven, die ihre Mitarbeiter meistens problemlos zu Einsätzen freistellen würden.

Auch Jugendwart Michael Schneider konnte – auch wenn sich die Mitgliederzahl um drei auf sechzehn verringert habe – positives vermelden: Die Verringerung der Zahl beruhe nämlich auf der Tatsache, dass drei Jugendliche zur aktiven Wehr gewechselt seien. 1.380 Stunden seien für Ausbildungen, Geselliges und die Unterstützung der „Großen“ aufgewendet worden, berichtete er weiter und stellte zugleich mit Dominik Kaiser seinen Nachfolger vor, da er künftig ein anderes Amt übernehmen werde und dankte allen für die gute Zusammenarbeit.

Neuwahlen Kommandanten

Ehe der „Erste Feuerwehrmann der Stadt Hilpoltstein“,
Bürgermeister Markus Mahl zusammen mit dem geschäftsleitenden Beamten, Herbert Walter, die Wahl der neuen Kommandanten vornahm, dankte er Wolfgang Kaiser und Andreas Krauß für ihr Engagement in den zurückliegenden Jahren. Sie hätten trotz einer immer höher werdenden Stundenzahl, zahlreicher Übungen und Einsätze große Fachkompetenz gezeigt und hierdurch der Stadt Hilpoltstein geholfen, viel Geld zu sparen.

Weiter betonte er, dass die Feuerwehren der Stadt – und hier natürlich besonders die Stützpunktwehr – bei allen Bürgermeistern der Stadt Hilpoltstein einen hohen Stellenwert genießen würden. Er dankte den Aktiven, den Passiven, der Jugend und besonders den Geehrten für ihr oft jahrzehntelanges Engagement. Besonders dankte Mahl auch dem Feuerwehrverein für deren hohes gesellschaftliches Miteinander. Schon im Vorfeld dankte er den beiden, dass sie trotz der bevorstehenden, umfangreichen Aufgaben, bereit seien, sich zur Wahl zu stellten. Mahl versicherte den „Kandidaten“, dass sie sich auf ihre Mannschaft verlassen und uneingeschränkt auch mit seiner Unterstützung rechnen könnten. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten laufe die Alarmierung durch die ILS nunmehr problemlos, berichtete das Stadtoberhaupt weiter und erwähnte, dass die Stadt für die Einführung des Digitalfunks heuer rund 30.000 Euro aufwenden werde.

Mit 59 Ja-Stimmen (eine Neinstimme, drei Enthaltungen) wurde Jürgen Flierl zum ersten Kommandanten, mit 57 Ja-Stimmen (zwei Neinstimmen, vier Enthaltungen) wurde Ludwig Fehlner zum stellvertretenden Kommandanten gewählt.

Neuwahlen Feuerwehrverein

Kaum hatten die Mitglieder des Feuerwehrvereins begonnen eine neue Vorstandschaft zu wählen, wurden sie durch die ILS mit der Meldung „Wohnungsbrand in der Christoph-Sturm-Straße, vermutlich Personen in der Wohnung“ alarmiert und rückten mit allen verfügbaren Fahrzeugen aus. Da nach ihrer Rückkehr ins Feuerwehrgerätehaus der Termin für den Gottesdienst in der Pfarrkirche anstand, mussten die weiteren Wahlgänge auf die Zeit nach diesem verschoben werden.

Der neue Vorsitzende, der – wie seine Stellvertreterin – nahezu einstimmig gewählt wurde, heißt künftig Michael Schneider, der von Melanie Flierl als Stellvertreterin unterstützt wird. Schriftführer ist – wie bisher – Franz Mosandl, während Wolfgang Kaiser künftig die Kasse verwalten wird. Zu Beisitzern wurden Werner Kaiser, Mathias Massopust, Thomas Seitz und Stefan Werner gewählt.

Bedingt durch diesen Einsatz mussten die Grußworte an das Ende der Versammlung verlegt werden: Kreisbrandinspektor Erhard Schneider betonte hierbei, dass die Feuerwehr Hilpoltstein auf einem sehr hohen Niveau stünde und hervorragend gearbeitet habe. Er dankte hierbei besonders den bisherigen Kommandanten und wünschte den Neuen und der gesamten Wehr alles Gute für die anstehenden – nicht immer einfachen – Aufgaben, die vor ihnen stünden. Schneider beglückwünschte auch die Geehrten für ihren langjährigen Dienst und alle neu Gewählten.

Kreisbrandmeister Michael Kraus betonte, dass das Ehrenamt zusammenhalte und alle stärken würde. Im Brandbezirk gäbe es viel Arbeit, doch seien die Einsätze im vergangenen Jahr glücklicherweise nicht allzu schwer gewesen. Krauß dankte den bisherigen Kommandanten und der bisherigen Vorstandschaft und wünschte den „neuen“ viel Erfolg. Er freue sich vor allem, dass beide wieder eine Aufgabe übernehmen würden (Kaiser als Kassier, Krauß in der Digitalfunkausbildung). Auch wenn es schade sei, zwei kompetente Kommandanten zu verlieren, könne er die beiden doch verstehen. Jedoch seien die beiden neuen Kommandanten ebenso kompetent und würden sich in ihre Aufgaben einarbeiten.

Ehe die Versammlung abgeschlossen und ein gegrilltes Schwein verspeist wurde, überreichte Bürgermeister Markus Mahl den beiden Kommandanten einen Geschenkkorb. Die weiteren ausscheidenden Funktionsträger wurden ebenfalls mit Geschenken bedacht.
Hinweis: Der Artikel und die Bilder wurden von Rudi Heubusch eingereicht und zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank


Archivbild(er):

ArchivbildArchivbildArchivbild

Archivbeitrag: 755 - 2013-01-13 22:36:59

  Zurück

Die Feuerwehren im Landkreis Roth

16

Stützpunktwehren

120

Ortswehren

5.132

Aktive

900

km2 Bezirk

Diese Seite

Sie finden hier einen Gesamtüberblick Über das Feuerwehrwesen im Landkreis Roth. Neben der Erläuterung der vielfältigen Aufgaben soll diese Site auch als Medium für die Feuerwehren selbst dienen..

Dietmar Hättig

Die Feuerwehren im Landkreis Roth

  • 5.132 Feuerwehrfrauen und Männer
  • 136 Feuerwehren
  • 50 Jugendfeuerwehren
  • 500 Jugendfeuerwehrleute
  • 136 Feuerwehrhäuser
  • 300 Fahrzeuge
  • 900 qKm Bezirk
  • 124.000 Einwohner

Kontakt

Kreisfeuerwehrverband Roth
  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  09171 / 81-0
  09171 / 81-1328
  Weinbergweg 1, 91154 Roth