Nachfolgend stellen wir die wichtigsten Neuanschaffungen und deren Einsatzmöglichkeiten vor.
1. Spannungssimulator
Der Spannungssimulator der Firma Stoiber ist ein wichtiges Ausbildungsgerät für die Motorsägenausbildung. Gerade nach Stürmen und bei Windbruch sind Feuerwehren häufig mit Bäumen und Ästen konfrontiert, die unter hoher Spannung stehen und dadurch besondere Gefahren für die Einsatzkräfte darstellen.
Der Simulator ermöglicht es, solche Situationen realitätsnah und sicher zu trainieren.
Technische Daten:
- Hersteller: Firma Stoiber
- auf einem Pkw-Anhänger aufgebaut
- zulässiges Gesamtgewicht: 1.190 kg
- kein Stromanschluss für den Betrieb erforderlich
- Beschaffung über die Firma Steib, Heideck
Kosten: ca. 22.000 Euro
Die Anschaffung wurde durch großzügige Spenden ermöglicht. Unterstützt wurde das Projekt durch:
- Landkreis Roth
- Kreisfeuerwehrverband
- Versicherungskammer Bayern
- Team Challenge GmbH
- VR-Bank Mittelfranken Mitte eG
- Sparkasse Mittelfranken-Süd
- 112° Medien; Linsenmeyer & Sauter GbR
- Firma Jahn
- Firma Steib
2. Forstraupe
Die Forstraupe der Firma Suffel ist ein vielseitig einsetzbares Spezialfahrzeug für Einsätze in schwierigem und unwegsamem Gelände.
Dank des Raupenfahrwerks kann das Fahrzeug auch dort eingesetzt werden, wo herkömmliche Fahrzeuge an ihre Grenzen kommen. Die Fernsteuerung ermöglicht dabei eine sichere Bedienung aus der Distanz.
Technische Daten:
- Hersteller: Firma Suffel
- Gebrauchtfahrzeug
- 3-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor
- Fernsteuerung
- Raupenfahrwerk
- Eigengewicht: 650 kg
- Höchstgeschwindigkeit: 4,5 km/h
- Anhängelast: 2.000 kg
- Zuladung: bis zu 1.400 kg
- Plattform für beispielsweise zwei Europaletten, IBC-Tanks oder Fässer
- Forstseilwinde mit 70 m Seillänge und bis zu 40 kN Zugkraft
Mögliche Einsatzbereiche:
- Wald- und Vegetationsbrände
- Einsätze in unwegsamem Gelände
- Bergung von Gegenständen, beispielsweise im Bereich der Autobahn
- Unterstützung bei der Brandbekämpfung auf den Bahnlinien und in den Tunneln
- Transport in engen Gebieten
Kosten: ca. 50.000 Euro
3. ATV – All Terrain Vehicle
Die geländegängigen ATV erweitern die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr insbesondere in Bereichen, die mit größeren Einsatzfahrzeugen nur schwer oder gar nicht erreichbar sind.
Die Fahrzeuge sind kompakt, wendig und können auch auf schmalen Wegen und in schwierigem Gelände eingesetzt werden.
Ausstattung:
- Sondersignalanlage
- Funkausstattung
- Seilwinde
Mögliche Einsatzbereiche:
- Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung
- Vermisstensuchen
- Einsätze im Seengebiet
- Einsätze auf Bahnstrecken und in Tunneln
- Transport von Material in engen Bereichen, beispielsweise in Reihenhaussiedlungen
- Unterstützung bei sonstigen Einsätzen wie Sicherheitswachen bei Veranstaltungen (z.B. Challenge oder dem Landkreislauf)
Kosten: ca. 22.000 Euro pro ATV
Die Sparkasse unterstützte die Beschaffung mit einem Zuschuss von jeweils 5.000 Euro pro Fahrzeug.
4. Gerätewagen Drohne – Kater Roth 59/1
Der Gerätewagen Drohne „Kater Roth 59/1“ wurde von der Firma Brandschutztechnik Stolpen auf Basis eines VW Crafter aufgebaut. Das Fahrzeug dient als mobile Einsatz- und Führungsplattform für Drohneneinsätze und bietet gleichzeitig Platz für Mannschaft und umfangreiche technische Ausstattung.
Besatzung: 1/7
Mögliche Einsatzbereiche:
- Transport von Einsatzkräften und Ausrüstung
- Bodenstation und technische Unterstützung bei Drohneneinsätzen
- Vermisstensuchen
- Wald- und Vegetationsbrände
- sonstige Brandeinsätze
- Gefahrguteinsätze
Ausstattung:
- moderne IT-Ausstattung
- Stromerzeuger
- Faltzelt
- Bänke und Tisch
- Sicherungsmaterial für Drohneneinsätze
- zwei Drohnen mit umfangreichem Zubehör:
- DJI M300 RTK
- DJI Mavic 2 Enterprise
Kosten: ca. 100.000 Euro ohne Drohnen und Zubehör
Durch die Kombination aus mobilem Arbeitsplatz, Drohnentechnik und umfangreicher Ausrüstung steht der Feuerwehr damit ein leistungsfähiges Werkzeug für die Lageerkundung und Einsatzführung zur Verfügung.
5. CBRN-Erkundungsfahrzeug
Das CBRN-Erkundungsfahrzeug wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für den Einsatz im Bevölkerungsschutz zur Verfügung gestellt. Insgesamt befinden sich 98 dieser Fahrzeuge für Bayern in der Auslieferung.
Das Fahrzeug basiert auf einem Mercedes-Benz 4x4 und wurde von der Firma WAS aufgebaut.
Besatzung: 1/3 – bei entsprechenden Einsatzlagen auch unter Vollschutz
Das Fahrzeug ermöglicht die Erkundung, Messung und Dokumentation von Gefahrstofflagen. CBRN steht dabei für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren.
Ausstattung:
- moderne IT-Ausstattung inklusive spezieller Software
- Funktechnik, einschließlich ATEX-Funktechnik mit Hör-/Sprechgarnituren
- Mobiltelefon
- Satellitentelefon
- umfangreiche Messtechnik
- Material zur Probenahme
- Atemschutzgeräte
- Schutzanzüge
- verschiedene Beleuchtungsmittel
- Digitalkamera
- Fernglas, Kompass und weitere Erkundungsausstattung
Messtechnik:
- Probenahmesysteme
- Prüfröhrchen
- Mehrfachmessgerät
- Photoionisationsdetektor
- Ionenmobilitätsspektrometer
- mobiler Radioaktivitätsmonitor
- Kontaminationsmonitor
Einsatzzweck:
- Erkundung und Dokumentation von Schadenslagen
- Aufspüren und Messen von Schadstoffen
- Ermittlung möglicher Gefahren für Einsatzkräfte und Bevölkerung
Fahrzeugwert: ca. 311.000 Euro
6. V-LKW Strom – Kater Roth 56/1
Der Versorgungs-Lkw „Kater Roth 56/1“ wurde vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellt. Das Fahrzeug wurde von der Firma Freytag auf einem MAN TGM 14.320 4x4 aufgebaut.
Der Lkw ist insbesondere für größere Einsatzlagen und länger andauernde Stromausfälle vorgesehen. Im Falle einer Strommangellage kann die Feuerwehr damit wichtige Infrastruktur und Einsatzstellen unterstützen.
Technische Daten:
- Fahrgestell: MAN TGM 14.320 4x4
- Aufbau: Firma Freytag
- Länge: 8,10 m
- Breite: 2,55 m
- Höhe: 3,30 m
- zulässiges Gesamtgewicht: 14,1 t
- Nutzlast: 5,33 t
- Besatzung: 1/7
- Ladebordwand: 1.500 kg
Ausstattung:
- feuerwehrtechnische Beladung
- Sondersignalanlage
- Funk
- Heckwarneinrichtung
- Ladeflächenbeleuchtung
- Umfeldbeleuchtung
- Planen-/Spriegelaufbau
Der Aufbau kann komplett nach vorne verschoben werden und ermöglicht dadurch beispielsweise auch eine Beladung mit einem Kran.
Die vorgesehene Stromkomponente umfasst unter anderem:
- Notstromaggregate
- mobile Tankstelle
- Kabel und Verteiler
- Beleuchtung
- weiteres Material zur Stromversorgung
Einsatzzweck:
Der V-Lkw Strom kommt insbesondere bei größeren Stromausfällen und einer möglichen Strommangellage zum Einsatz. Er ermöglicht den Transport und die Bereitstellung umfangreicher technischer Ausrüstung und kann damit die Einsatzkräfte sowie kritische Bereiche bei länger andauernden Einsatzlagen unterstützen.
Kosten: ca. 220.000 Euro ohne Strombeladung
Moderne Technik für anspruchsvolle Einsatzlagen
Mit den neuen Fahrzeugen und Spezialgeräten verfügt die Feuerwehr über ein breites Spektrum an moderner Einsatztechnik. Von der Waldbrandbekämpfung über die Drohnenerkundung und Gefahrstoffmessung bis hin zur Unterstützung bei größeren Stromausfällen können damit zahlreiche besondere Einsatzlagen bewältigt werden.
Die Investitionen in moderne Technik sind dabei nicht nur Investitionen in Fahrzeuge und Geräte, sondern vor allem in Sicherheit, Einsatzbereitschaft und den Schutz der Bevölkerung.
Text: KBI Hans Wolfsberger, KBM Matthias Hiltner
Bilder: Kreisbrandinspektion








